Christine Bötsch, CSU

Christine Bötsch, CSU

I. LIEGENSCHAFTEN & PROJEKTE

1. Mainfrankentheater:

Halten Sie folgendes Gedankenspiel für Unsinn oder für bedenkenswert ?
Neubau des Stadttheaters für 60 Mio auf dem Faulhaberplatz (mit höherer staatlicher Förderung als bei Sanierung), (Teil)erhalt Mozartschule, Abriss des „alten“ Theaters nach erfolgtem Neubau (Übergangsspielstätte = „altes“ Theater), dort dann evtl. Errichtung eines Einkaufszentrums ?

Ich arbeite derzeit im Lenkungskreis Mainfrankentheater mit, weil ich dort eine Sanierung und zweite Spielstätte für realistisch halte und umsetzen möchte. Das genannte Gedankenspiel scheitert schon daran, dass ich es für 60 Mio € nicht für realisierbar halte und sicherlich auch nichts des alten Gebäudes der Mozartschule dabei übrig bleiben würde.

2. Mozart Areal:
a. Alle plädieren derzeit für einen Teilerhalt des Mozartareals.
Welche Teile sollen erhalten werden und welche Nutzung favorisieren Sie ?

Nachweisbar hat der gesamte Stadtrat die Gemälde von Curd Lessig immer für erhaltenswert gehalten. Ich habe zudem Sympathie für den Teil, in dem sich die Aula befindet.

Ich stehe nachwievor zur Nutzung mit Schwerpunkt Einkaufen und könnte mir an der Stelle Richtung Hofstrasse weiterhin ein Hotel vorstellen. Jedenfalls möchte ich, dass dort eine Investition mit Drittmitteln und nicht mit städtischen Haushaltsmitteln erfolgt.

b. Das Gebäude der ehem. Mozartschule wird voll genutzt. Wie und wohin kann man diese Nutzung auslagern?

Die dort untergebrachten Schulen sollten an ihren Stammgebäuden wieder integriert werden, z.B. durch einen Erweiterungsbau Siebold, denn es kann nicht unser Ziel sein, eine Schulgemeinschaft auf Dauer durch verschiedene Standorte zu entzweien. Das Central möchte auf das neue Areal in der Frankfurter Str.

3. Siebold Museum:
Die Verlegung des Siebold Museums in die Innenstadt war im Gespräch. Halten Sie dies für sinnvoll ?
Und was könnten geeignete Räume sein ?

Ein tolles Museums, das in der Innenstadt vermutlich noch besser als Teil der bei Touristen sehr beworbenen Romantischen Strasse vermarktet werden könnte. Angedacht waren einmal Räume in der Residenz, was ich auch begrüßen würde.

4. Alter Hafen:

a. Wie kann der freie Platz vor dem Museum im Kulturspeicher belebt werden ?

Abbau der Sichtbarriere zur Veitshöchheimer Strasse, Nutzung für Kunst im öffentlichen Raum. Vorrübergehende Kunst im öffentlichen Raum ist bei uns sowieso verstärkt möglich.

b. Wie kann eine bessere Anbindung des Museums im Kulturspeicher an die Innenstadt erreicht werden ?

Der Fußweg wird weiter ausgebaut, allerdings müßte er dann auch gut beschildert werden. Man sollte aber auch prüfen,  eine kleinen Buslinie, zumindest in den Sommermonaten einzuführen: Residenz, Festung, Kulturspeicher, Siebold-Museum…. Denn ein paar unserer kulturellen Glanzpunkte sind für den Fußgänger, v.a. Touristen, in kurzer Zeit kaum erreichbar.

c. Zukunft Frankenhalle: Was passiert mit dem Gebäude, wenn es keine Theaterspielstätte wird ?

Wir hoffen, dass sich Investoren finden, die diese Gebäude einer guten Nutzung zuführen. Ich wäre auch bereit, einiges dafür zu tun, z.B. mit einem negativen Kaufpreis auf den Markt zu gehen, um das Denkmal zu erhalten und das gesamte Areal aufzuwerten.
 
II. KULTURFÖRDERUNG & VERWALTUNG

1. Sind Sie mit der derzeitigen städtischen Kulturförderung zufrieden? Was würden Sie ändern ?

Im Grundsatz Ja! Wir müssen aber vermutlich noch mehr größere Kultureinrichtungen in die Einzelförderung nehmen und die Förderungen auf mehrere Jahre (3-5) festschreiben, damit Planungssicherheit besteht.
Zudem sollte verbessert werden, wie „nicht institutionelle Kreative“ auch an Fördermöglichkeiten kommen.  Hier ist die Projektförderung sicherlich ausbaufähig.


2. Wie stehen Sie zu der Idee, regelmäßig einen Wettbewerb in verschiedenen Kunstrichtungen (Musik, Bildende Kunst, Literatur usw.) auszuschreiben? Das könnte die Projektförderung des Kulturreferats ergänzen. Preisgelder von 1.000 bis 5.000,- könnten hier schon Impulse setzen.

Ja, vielleicht nicht jedes Jahr in allen Sparten, aber alternierend kann ich mir das gut vorstellen. Ähnlich wie beim Preis für junge Kultur kann man vielleicht auch einen Sponsor hierfür gewinnen.

3. Musiker aus Pop & Klassik fordern Mindestgagen. Sollten die Stadt und die Parteien nicht mit gutem Beispiel vorangehen, und in einer Selbstverpflichtung die Zahlung von Mindestgagen für Ihren Geltungsbereich beschließen ?

Weder hatte ich bisher den Eindruck, dass wir jemanden ausgebeutet haben, noch dass sich jemand durch uns ausgebeutet gefühlt hat und zumindest bei den Veranstaltungen, wo ich Einblick habe, wurde fair miteinander umgegangen.  Ich kann auch nicht ermessen, was Mindestgagen z.B. für ein Festival wie das UmD bedeuten würden, wo der Auftritt doch nicht allein durch eine Gage „entlohnt“ wird.

Eine Unterscheidung muss jedoch sicherlich zwischen Veranstaltungen mit bzw. ohne Eintrittsgeldern getroffen werden. 

III. KULTURRÄUME


1. Mit Schliessung von Otto Richter Halle, der Greisinghäuser, der Verlagerung der Stadt.Galerie gibt es nur noch zwei wesentliche Ausstellungsmöglichkeiten. Ist das ausreichend ? Wo und wie könnte Neues geschaffen werden ?

Zumindest eine weitere städtische Ausstellungsmöglichkeit wäre sicherlich wünschenswert, als Solitär sehe ich momentan aber nicht die finanziellen Mittel. Ähnlich dem Rathausfoyer müßte man jedoch alle städtischen Gebäude auf ihre Möglichkeiten hin überprüfen.

2. Wo können in Würzburg günstige Proberäume für Bands, Ateliers und Kreativwirtschaftsbüros entstehen ?

Schön wäre ein solches Kreativzentrum, evtl.  unter Regie der Stadtbau in einem unserer Stadtteile z.B. in einem bestehenden Zweckbau (z.B. Aumühle)  Hier würde ich mich im ersten Schritt für einen Prüfauftrag einsetzen.

3. Was würden Sie unternehmen, um jungen Musikern bzw. Bands in der Stadt mehr und bessere Auftrittsmöglichkeiten bekommen ?

Einen Pool bilden, in dem Adressen und Portfolio von Musikern und Bands geführt werden, denn bisher laufen solche Engagements oft durch Mund zu Mund Propaganda, eine Poolseite auf www.wuerzburg.de z.B.  ist mir nicht bekannt.  Über die Projektförderung mehr Musikcontests unterstützen, z.B. die Austragung einer Art städtischen Meisterschaft.

1. Was ist Ihr größtes kulturelles Anliege/Ihre persönliche kulturelle „Baustelle“ ?

Dass die professionelle Kultur und die privaten Initiativen gut nebeneinander bestehen können. In den letzten Jahren haben wir uns hauptsächlich mit der Frankenhalle  und Förderung der professionellen Kultur beschäftigt, die Frage der Unterstützung der vielen „kleineren Initiativen“ durch das Kulturreferat auch jenseits der finanziellen Förderung  ist dabei auf der Strecke geblieben.

2. An dieses Konzert, diese Ausstellung, diese Veranstaltung erinnern Sie sich besonders gern ?

Eröffnung der Etruskerausstellung im Martin-von-Wagner Museum -  das Museum der Universität, auf das die Stadt auch sehr stolz sein kann.

3. Was ist für Sie in Würzburg kulturell unverzichtbar ?

Das Mainfrankentheater, da es eines der Kernstücke für unsere gesamte Kulturlandschaft in Würzburg ist.