Alexander Kolbow, SPD

Alexander Kolbow, SPD

I. LIEGENSCHAFTEN & PROJEKTE

1. Mainfrankentheater:

Halten Sie folgendes Gedankenspiel für Unsinn oder für bedenkenswert ?
Neubau des Stadttheaters für 60 Mio auf dem Faulhaberplatz (mit höherer staatlicher Förderung als bei Sanierung), (Teil)erhalt Mozartschule, Abriss des „alten“ Theaters nach erfolgtem Neubau (Übergangsspielstätte = „altes“ Theater), dort dann evtl. Errichtung eines Einkaufszentrums ?

Eine schöne Idee. Leider lassen die Größenverhältnisse des Geländes diese Nutzungsvariante nicht zu. Außerdem sind diese Planungen wohl nicht finanzierbar.

2. Mozart Areal:
a. Alle plädieren derzeit für einen Teilerhalt des Mozartareals.
Welche Teile sollen erhalten werden und welche Nutzung favorisieren Sie ?

Aus meiner Sicht sollte auf jeden Fall der der Hofstraße zugewandte Teil mit Aula erhalten werden. Dieser Teil kulturell oder touristisch genutzt werden. Auf dem Kardinal-Faulhaber-Platz und dem daran angrenzenden Teil des Mozart-Areals soll eine Residenz-Galerie entstehen.

b. Das Gebäude der ehem. Mozartschule wird voll genutzt. Wie und wohin kann man diese Nutzung auslagern?

Das Central-Programmkino strebt einen Umzug auf das Bürgerbräu-Areal an. Hier wird in den nächsten Jahren ein neues Kulturquartier entstehen. Vom Verkaufserlös des Kardinal-Faulhaber-Platzes und des Mozartareals soll ein Erweiterungsbau am Sieboldgymnasium und Wirsberggymnasium finanziert werden.

3. Siebold Museum:
Die Verlegung des Siebold Museums in die Innenstadt war im Gespräch. Halten Sie dies für sinnvoll ?
Und was könnten geeignete Räume sein ?

Ja! Das Siebold Museum hätte mehr Aufmerksamkeit verdient. Diese Aufmerksamkeit würde das Siebold Museum bekommen, wenn es näher ins Zentrum der Stadt rücken würde. Allerdings sehe ich derzeit noch keine geeigneten Räumlichkeiten. Langfristig sollte man diesen Gedanken im Blick behalten.

4. Alter Hafen:

a. Wie kann der freie Platz vor dem Museum im Kulturspeicher belebt werden ?

Durch einen Ausbau des Kulturquartiers und eine Sanierung der Frankenhalle.

b. Wie kann eine bessere Anbindung des Museums im Kulturspeicher an die Innenstadt erreicht werden ?

Die Fuß- und Radwegebeziehung zwischen Alter Kranen und Kulturspeicher soll in einer hohen Qualität hergestellt werden. Denkbar wäre ein ähnlicher Ausbau wie zwischen Löwenbrücke und Alter Mainbrücke. Dafür müsste der Parkplatz unterhalb des Kongresszentrums (CCW) verkleinert werden. 
 

c. Zukunft Frankenhalle: Was passiert mit dem Gebäude, wenn es keine Theaterspielstätte wird ?

Wir wollen sie erhalten, sanieren und kulturell nutzen. Alternativ wäre auch eine Nutzung im Bereich des Kongresswesens denkbar, da viele Veranstalter mangelnde Ausstellungsflächen beklagen.
 
II. KULTURFÖRDERUNG & VERWALTUNG

1. Sind Sie mit der derzeitigen städtischen Kulturförderung zufrieden? Was würden Sie ändern ?

Die Kulturförderung wurde in den letzten Jahren ausgebaut. Dies sollte aber nur ein erster Schritt sein. Mittelfristig müssten gerade auch die freien Kulturträger besser gefördert werden. Allerdings muss man dieses Ziel auch im Lichte der immer noch nicht einfachen Haushaltssituation der Stadt Würzburg betrachten.

2. Wie stehen Sie zu der Idee, regelmäßig einen Wettbewerb in verschiedenen Kunstrichtungen (Musik, Bildende Kunst, Literatur usw.) auszuschreiben? Das könnte die Projektförderung des Kulturreferats ergänzen. Preisgelder von 1.000 bis 5.000,- könnten hier schon Impulse setzen.

Der Jugendkulturpreis der Stadt Würzburg zeigt, dass auch kleine Summen schon eine gute künstlerische Förderung leisten. Es ist sinnvoll, diese Förderung auszubauen. Hierfür könnten sich auch Sponsoren finden, so dass diese Art der Förderung sicher auch finanzierbar wäre. Danke, für die gute Anregung!

3. Musiker aus Pop & Klassik fordern Mindestgagen. Sollten die Stadt und die Parteien nicht mit gutem Beispiel vorangehen, und in einer Selbstverpflichtung die Zahlung von Mindestgagen für Ihren Geltungsbereich beschließen ?

Für diese Spezialfrage fehlt mir leider das Wissen. Die SPD bekennt sich aber klar zu Mindestlöhnen. Dies muss in abgewandelter Form auch für Künstler/innen gelten.
 
III. KULTURRÄUME


1. Mit Schliessung von Otto Richter Halle, der Greisinghäuser, der Verlagerung der Stadt.Galerie gibt es nur noch zwei wesentliche Ausstellungsmöglichkeiten. Ist das ausreichend ? Wo und wie könnte Neues geschaffen werden ?

Das Bürgerbräu-Gelände wird sich in den nächsten Jahren zu einem beliebten Kulturquartier entwickeln. Hier werden sicher auch Ausstellungsmöglichkeiten möglich sein. Denkbar ist auch weitere Ausstellungsfläche im Mozartareal oder am Hubland.

2. Wo können in Würzburg günstige Proberäume für Bands, Ateliers und Kreativwirtschaftsbüros entstehen ?

Auf dem Gelände hinter den Posthallen und auf dem Bürgerbräu-Gelände konnten wir in den letzten Jahren eine positive Entwicklung verzeichnen. Solche Entwicklungen wollen wir grundsätzlich fördern. Allerdings lassen sich solche Kreativquartiere nicht einfach so planen. Sie entwickeln sich. Denkbar wären ähnliche Entwicklungen zum Beispiel auch im Bereich der Faulenberg-Kaserne.

3. Was würden Sie unternehmen, um jungen Musikern bzw. Bands in der Stadt mehr und bessere Auftrittsmöglichkeiten bekommen ?

Würzburg hat gute Auftrittsmöglichkeiten für junge Künstler (B-Hof, Cairo, Kellerperle, U&D, STRAMU...). Diese Einrichtungen wollen wir weiterhin unterstützen.

IV. PERSÖNLICHES


1. Was ist Ihr größtes kulturelles Anliege/Ihre persönliche kulturelle „Baustelle“ ?

Der Erhalt der Frankenhalle.

2. An dieses Konzert, diese Ausstellung, diese Veranstaltung erinnern Sie sich besonders gern ?

Die Nachtmusik beim letzten Mozartfest.

3. Was ist für Sie in Würzburg kulturell unverzichtbar ?

Das Theater mit Dreispartenhaus.