Viktoria Thilmann, CSU

Viktoria Thilmann, CSU

I. LIEGENSCHAFTEN & PROJEKTE

1. Mainfrankentheater:

Halten Sie folgendes Gedankenspiel für Unsinn oder für bedenkenswert ?
Neubau des Stadttheaters für 60 Mio auf dem Faulhaberplatz (mit höherer staatlicher Förderung als bei Sanierung), (Teil)erhalt Mozartschule, Abriss des „alten“ Theaters nach erfolgtem Neubau (Übergangsspielstätte = „altes“ Theater), dort dann evtl. Errichtung eines Einkaufszentrums ?

Dieses Szenario empfinde ich als äußerst bedenkenswert. Das Gelände stellt eine lukrative Einnahmequelle dar. Das durch den Verkauf eingenommene Vermögen könnte dann zur Refinanzierung des Neubaus genutzt werden.

2. Mozart Areal:
a. Alle plädieren derzeit für einen Teilerhalt des Mozartareals.
Welche Teile sollen erhalten werden und welche Nutzung favorisieren Sie ?

Meines Erachtens nach sollte nur das erhalten werden, das ein möglicher Investor favorisiert. Für die Stadt selbst ist der finanzielle Aufwand zu hoch. Die Nutzung allerdings muss dann dem Stadtbild angepasst sein, vor allem im Hinblick auf die naheliegende Residenz.

b. Das Gebäude der ehem. Mozartschule wird voll genutzt. Wie und wohin kann man diese Nutzung auslagern?

Auslagerung auf das ehemalige Gelände der Bürgerbräu in der Zellerau

3. Siebold Museum:
Die Verlegung des Siebold Museums in die Innenstadt war im Gespräch. Halten Sie dies für sinnvoll ?
Und was könnten geeignete Räume sein ?

Es ist nicht nötig alle kulturellen Attraktionen in die Innenstadt zu konzentrieren. Zudem steht dem auch der finanzielle Aufwand entgegen.

4. Alter Hafen:

a. Wie kann der freie Platz vor dem Museum im Kulturspeicher belebt werden ?

Durch Hobbykünstlermärkte in regelmäßigen Abständen.

b. Wie kann eine bessere Anbindung des Museums im Kulturspeicher an die Innenstadt erreicht werden ?

Der Standort des Kulturspeichers lässt sich nicht verändern. Die Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel erscheint ausreichend.

c. Zukunft Frankenhalle: Was passiert mit dem Gebäude, wenn es keine Theaterspielstätte wird ?

Ein privater Investor muss her!

II. KULTURFÖRDERUNG & VERWALTUNG

1. Sind Sie mit der derzeitigen städtischen Kulturförderung zufrieden? Was würden Sie ändern ?

Würzburg bietet in meinen Augen eine große Bandbreite an kultureller Förderung. Siehe z.B. Leonhard-Frank-Preis an junge Autorinnen und Autoren oder die Jugendbuchwochen der Stadtbücherei.

2. Wie stehen Sie zu der Idee, regelmäßig einen Wettbewerb in verschiedenen Kunstrichtungen (Musik, Bildende Kunst, Literatur usw.) auszuschreiben? Das könnte die Projektförderung des Kulturreferats ergänzen. Preisgelder von 1.000 bis 5.000,- könnten hier schon Impulse setzen.

Wettbewerbe schaffen Anreize, sich mit den verschiedenen Kunstrichtungen zu beschäftigen. Zudem locken derartige Aktionen zusätzliche Besucher in die Stadt.

3. Musiker aus Pop & Klassik fordern Mindestgagen. Sollten die Stadt und die Parteien nicht mit gutem Beispiel vorangehen, und in einer Selbstverpflichtung die Zahlung von Mindestgagen für Ihren Geltungsbereich beschließen ?

Durch die Bewilligung von Mindestgagen wäre die Stadt Würzburg gezwungen Gelder in anderen Bereichen zu kürzen. Dabei stellt sich die Frage der Verhältnismäßigkeit.

III. KULTURRÄUME


1. Mit Schliessung von Otto Richter Halle, der Greisinghäuser, der Verlagerung der Stadt.Galerie gibt es nur noch zwei wesentliche Ausstellungsmöglichkeiten. Ist das ausreichend ? Wo und wie könnte Neues geschaffen werden ?

Die Festung Marienberg bietet ausreichende Ausstellungsmöglichkeiten. Durch die bereits beschlossene Förderung der Renovierung der Festung sind deren Räumlichkeiten auch entsprechend nutzbar.

2. Wo können in Würzburg günstige Proberäume für Bands, Ateliers und Kreativwirtschaftsbüros entstehen ?

In den unter Denkmalschutz leerstehende Gebäude in der Nürnbergerstraße. Ob dies finanziell umsetzbar ist, ist allerdings die andere Frage.

3. Was würden Sie unternehmen, um jungen Musikern bzw. Bands in der Stadt mehr und bessere Auftrittsmöglichkeiten bekommen ?

Durch die Zusammenarbeit mit regionalen Medien könnten jungen Talenten zusätzliche Auftritte in Würzburg ermöglicht werden.

IV. PERSÖNLICHES


1. Was ist Ihr größtes kulturelles Anliege/Ihre persönliche kulturelle „Baustelle“ ?

Die Zukunft des Stadttheaters.


2. An dieses Konzert, diese Ausstellung, diese Veranstaltung erinnern Sie sich besonders gern ?

Ein Konzert des zum damaligen Zeitpunkts noch unbekannten Musikers "Casper" im Außenbereich des Bhofs bei strömenden Regen und einer kuschligen Zuschauerzahl von 150 Personen.

3. Was ist für Sie in Würzburg kulturell unverzichtbar ?

Das Stadttheater.