Judith Jörg, CSU

Judith Jörg, CSU

I. LIEGENSCHAFTEN & PROJEKTE

1. Mainfrankentheater:

Halten Sie folgendes Gedankenspiel für Unsinn oder für bedenkenswert ?
Neubau des Stadttheaters für 60 Mio auf dem Faulhaberplatz (mit höherer staatlicher Förderung als bei Sanierung), (Teil)erhalt Mozartschule, Abriss des „alten“ Theaters nach erfolgtem Neubau (Übergangsspielstätte = „altes“ Theater), dort dann evtl. Errichtung eines Einkaufszentrums ?

Ich könnte mir einen Neubau des Theaters auf der „anderen“ Seite gut vorstellen mit dem jetzigen Haus als Übergangsspielstätte. Denkbar wäre das Moz-Eingangsensemble als Entré für das neue Theater. Nachteilig daran wäre, dass die Diskussion über das Theater wieder von vorne beginnen müsste, da keine Pläne oder Zahlen bisher vorliegen, und sich die Theatersanierung wieder um Jahre verschieben würde. Fraglich ist auch, ob das gesamte Areal für das Theater verwendet werden müsste, oder ob noch Raum für eine anderweitige Nutzung bliebe.

2. Mozart Areal:
a. Alle plädieren derzeit für einen Teilerhalt des Mozartareals.
Welche Teile sollen erhalten werden und welche Nutzung favorisieren Sie ?

Leider ist das Leben und so auch die Politik keine Wunschkonzert. Visionäre Gedanken für dieses schön gelegene Areal zu entwickeln, ist meiner Auffassung nach, nicht schwer.
Die Kunst ist Visionen auch in die Tat umzusetzen und da sehe ich nicht, woher die Mittel für eine zusätzliche kulturelle Nutzung aus dem städtischen Haushalt entnommen werden können. In den nächsten Jahren steht zudem noch die Renovierung der Festung und die Neuausrichtung des Mainfränkischen Museums an, die dem Freistaat Bayern Millionen Euro kosten wird. Das bedeutet, dass zusätzliche Landesmittel zu erhalten, sicher schwierig ist. Aber irgendjemand müsste dann die Visionen ja bezahlen. Wenn ein Investor Teile des Areals erhalten will, dann gerne.


b. Das Gebäude der ehem. Mozartschule wird voll genutzt. Wie und wohin kann man diese Nutzung auslagern?

Die Nutzung zu verlagern ist Aufgabe der Stadtverwaltung. Ich weiß nicht wer, das Gebäude nutzt und wo andere Räumlichkeiten nutzbar wären. 

3. Siebold Museum:
Die Verlegung des Siebold Museums in die Innenstadt war im Gespräch. Halten Sie dies für sinnvoll ?
Und was könnten geeignete Räume sein ?

Zu diesem Vorgang habe ich bislang noch nichts gelesen und kann deshalb keine Stellung nehmen.

4. Alter Hafen:

a. Wie kann der freie Platz vor dem Museum im Kulturspeicher belebt werden ?

Vorstellbar wäre ein Künstlermarkt in regelmäßigen Abständen.

b. Wie kann eine bessere Anbindung des Museums im Kulturspeicher an die Innenstadt erreicht werden ?

Eine bessere fußläufige Anbindung am Main ist ja schon geplant. Diese sollte umgesetzt werden.

c. Zukunft Frankenhalle: Was passiert mit dem Gebäude, wenn es keine Theaterspielstätte wird ?

Momentan sehe ich noch keine sinnvolle Nutzung, die nicht jeden Kostenrahmen sprengt.

 
II. KULTURFÖRDERUNG & VERWALTUNG

1. Sind Sie mit der derzeitigen städtischen Kulturförderung zufrieden? Was würden Sie ändern ?

Die genauen Regularien der städtischen Kulturförderung sind mir nicht bekannt, deshalb kann ich mir noch keine Urteil erlauben.

2. Wie stehen Sie zu der Idee, regelmäßig einen Wettbewerb in verschiedenen Kunstrichtungen (Musik, Bildende Kunst, Literatur usw.) auszuschreiben? Das könnte die Projektförderung des Kulturreferats ergänzen. Preisgelder von 1.000 bis 5.000,- könnten hier schon Impulse setzen.

Die Idee hört sich gut an. Ich kann allerdings nicht beurteilen, wie es um die personelle Besetzung im Kulturreferat bestellt ist, und ob da noch Kapazitäten frei wären, um einen solchen Wettbewerb aus zu loben.

3. Musiker aus Pop & Klassik fordern Mindestgagen. Sollten die Stadt und die Parteien nicht mit gutem Beispiel vorangehen, und in einer Selbstverpflichtung die Zahlung von Mindestgagen für Ihren Geltungsbereich beschließen ?
Leider weiß ich nicht, wie hoch die Diskrepanz zwischen den bezahlten und den geforderten/gewünschten Gagen ist. Dies hängt, so denke ich stark vom Einzelfall ab. Zudem ist eine Partei nicht mit der Stadt vergleichbar.

III. KULTURRÄUME


1. Mit Schliessung von Otto Richter Halle, der Greisinghäuser, der Verlagerung der Stadt.Galerie gibt es nur noch zwei wesentliche Ausstellungsmöglichkeiten. Ist das ausreichend ? Wo und wie könnte Neues geschaffen werden ?

Ich könnte mir vorstellen, dass ein neues Theater Foyer auch für Ausstellungen genutzt würde.

2. Wo können in Würzburg günstige Proberäume für Bands, Ateliers und Kreativwirtschaftsbüros entstehen ?

Wenn ich mich nicht täusche, wird Raum für ebensolche Nutzungen, gerade auf dem Bürgerbräugelände geschaffen.

3. Was würden Sie unternehmen, um jungen Musikern bzw. Bands in der Stadt mehr und bessere Auftrittsmöglichkeiten bekommen ?

Ich denke, dass wir mit dem Umsonst & Draußen, dem Omnibus, dem Café Kairo, dem Bayerischen Newcomer Contest (der schon mind. zweimal in Würzburg stattgefunden hat) tolle Auftrittsmöglichkeiten haben. Nicht vergessen werden dürfen auch die Möglichkeiten, die die Schulen bieten, z. B. an Sommerfesten oder Schulpartys etc. zu spielen.

IV. PERSÖNLICHES


1. Was ist Ihr größtes kulturelles Anliege/Ihre persönliche kulturelle „Baustelle“ ?

Zunächst mal den Erhalt und Ausbau der kulturellen Stätten, die wir haben, wie Theater, Festung, die freien Bühnen, Kuturspeicher…. Ich denke damit sind wir schon gut beschäftigt.


2. An dieses Konzert, diese Ausstellung, diese Veranstaltung erinnern Sie sich besonders gern ?

Ich erinnere mich besonders gern an die Bayerische Landesausstellung „Widerstand und Wiederaufbau“ in der Residenz und die Hans Reichel, Paul Klee Ausstellung im Kulturspeicher.

3. Was ist für Sie in Würzburg kulturell unverzichtbar ?

Die Theater und das Africa Festival