Charlotte Schloßareck, Bürgerforum

Charlotte Schloßareck, Bürgerforum

I. LIEGENSCHAFTEN & PROJEKTE

1. Mainfrankentheater:

Halten Sie folgendes Gedankenspiel für Unsinn oder für bedenkenswert ?
Neubau des Stadttheaters für 60 Mio auf dem Faulhaberplatz (mit höherer staatlicher Förderung als bei Sanierung), (Teil)erhalt Mozartschule, Abriss des „alten“ Theaters nach erfolgtem Neubau (Übergangsspielstätte = „altes“ Theater), dort dann evtl. Errichtung eines Einkaufszentrums ?

Alle Gedankenspiele, die uns weiterbringen sind grundsätzlich bedenkenswert. Allerdings gilt es die Rahmenbedingungen zu beachten: auf den Kardinal-Faulhaber- Platz passt kein Theater. Für den Bau eines neuen Theaters, mit Probebühnen und Werkstatt werden ca. 80 Meter benötigt. Diese haben wir hier nicht.
Der Standort des alten Theaters ist ungeeignet für ein Einkaufszentrum, da der Kardinal-Faulhaber-Platz schon bei positiver Betrachtung eine 2A-Lage wäre und das jetzige Theater mindestens eine 3 A-Lage wäre. Hier gibt es keinen Investor für eine Einkaufsgalerie.

2. Mozart Areal:
a. Alle plädieren derzeit für einen Teilerhalt des Mozartareals.
Welche Teile sollen erhalten werden und welche Nutzung favorisieren Sie ?

Wenn wir einen Teilerhalt anstreben, dann in der Hofstraße. Diese Räumlichkeiten sollten dann für öffentliche Nutzung vorgesehen werden. Eine Nutzung, wo Würzburg noch unterrepräsentiert ist.
Auch könnten hier Stadtführungen enden, ein Tourismuscenter entstehen und als Räumlichkeiten zur öffentlichen Nutzung bereitstehen. Diese gilt es dann zu vermarkten und nicht mit städtischen Mitteln zu finanzieren.


b. Das Gebäude der ehem. Mozartschule wird voll genutzt. Wie und wohin kann man diese Nutzung auslagern?

Die dort untergebrachten Schulen sollten wieder in ihre Stammgebäude umsiedeln. Soweit mir bekannt ist, strebt das Siebold-Gymnasium einen Erweiterungsbau auf eigenem Grundstück an.
Das Central-Kino zieht ja bereits ins“ Bürgerbräu-Gelände“.


3. Siebold Museum:
Die Verlegung des Siebold Museums in die Innenstadt war im Gespräch. Halten Sie dies für sinnvoll ?
Und was könnten geeignete Räume sein ?

Sicher wäre es wünschenswert das Museum in die Innenstadt zu bekommen. Allerdings gilt es die Voraussetzungen zu erfragen, die das Museum braucht (Räume, Größe, technischen Voraussetzungen...) und dann können wir auch geeignete Räumen finden.

4. Alter Hafen:

a. Wie kann der freie Platz vor dem Museum im Kulturspeicher belebt werden ?

Hierzu gab es auch einen Architektenwettbewerb von 1998 mit dem 1. Preis von dem Architekten Meurer. Dieser hatte die Idee entlang der Veitshöchheimer Straße eine schmale Spange zu errichten. Diese Idee ist nicht mehr zielführend.
Leider hat der Platz vor dem Kulturspeicher unterschiedliche Höhen. Dieser Platz sollte auf ein Niveau gesenkt werden, damit dort besser Veranstaltungen durchgeführt werden. Aber auch jetzt schon kann der Platz für Feste und Veranstaltungen genutzt werden.

b. Wie kann eine bessere Anbindung des Museums im Kulturspeicher an die Innenstadt erreicht werden ?

Bereits 2008 haben wir vom Bürgerforum einen Antrag gestellt für einen beleuchteten Fuß- und Radweg von der Innenstadt zum Kulturspeicher zu schaffen.
Die WVV könnte bei einer bestehenden Buslinie eine Ausschleifung am alten Hafen fahren. Möglichst alle 10 Min. sollte ein Bus, zumindest in den Sommermonaten, in Richtung Innenstadt fahren.


c. Zukunft Frankenhalle: Was passiert mit dem Gebäude, wenn es keine Theaterspielstätte wird ?

Aus heutiger Sicht der Dinge gibt es nur die Möglichkeit die Frankenhalle als kleine Veranstaltungshalle wieder aufleben lassen, wenn sich eine Betreiber-Gesellschaft findet (wie Mainfranken-Werkstätten, Bockshorn) unter stiller Beteiligung der Stadt Würzburg. Verschiedene Kulturträger haben hier auf Anfragen positiv reagiert.

II. KULTURFÖRDERUNG & VERWALTUNG

1. Sind Sie mit der derzeitigen städtischen Kulturförderung zufrieden? Was würden Sie ändern ?

Hier ist in den letzten Jahren viel Positives erreicht worden. Allerdings gilt es auch hier, das eine oder andere Projekt immer wieder auf den Prüfstand zu stellen, ob es noch zeitgemäß ist und insgesamt der Kulturförderung dient. Ins Auge fällt mir hier die Zeitschrift „Kulturgut“. Dieser Kostenfaktor sollte lieber in der freien Kultusszene verteilt werden.

2. Wie stehen Sie zu der Idee, regelmäßig einen Wettbewerb in verschiedenen Kunstrichtungen (Musik, Bildende Kunst, Literatur usw.) auszuschreiben? Das könnte die Projektförderung des Kulturreferats ergänzen. Preisgelder von 1.000 bis 5.000,- könnten hier schon Impulse setzen.

FMir ist bekannt, dass es hier verschiedene Auszeichnungen und Preise gibt. Allerdings fehlt mir hier noch der Rahmen, der auch nach außen hin wirkt, so dass es nicht nur den Insidern bekannt ist. Also: wie kann ein Rahmenkonzept aussehen, wie kann dieses vermarktet werden und welche finanziellen Mittel sind dazu notwendig?

3. Musiker aus Pop & Klassik fordern Mindestgagen. Sollten die Stadt und die Parteien nicht mit gutem Beispiel vorangehen, und in einer Selbstverpflichtung die Zahlung von Mindestgagen für Ihren Geltungsbereich beschließen ?

Es wäre schön, wenn wir dies leisten könnten. Aber ich befürchte, dass hier finanziell enge Grenzen gesetzt sind. Ich denke, wir machen schon viel und bieten gute Plattformen für Künstler. Unser Augenmerk sollte darauf liegen, diese Vielfalt an Möglichkeiten auch zu erhalten!

III. KULTURRÄUME


1. Mit Schliessung von Otto Richter Halle, der Greisinghäuser, der Verlagerung der Stadt.Galerie gibt es nur noch zwei wesentliche Ausstellungsmöglichkeiten. Ist das ausreichend ? Wo und wie könnte Neues geschaffen werden ?

Sicher eine Schwachstelle, wünschenswert, aber im Moment nicht finanzierbar. Wir haben noch andere Baustellen und müssen Prioritäten setzen – leider.

2. Wo können in Würzburg günstige Proberäume für Bands, Ateliers und Kreativwirtschaftsbüros entstehen ?

Das wäre was für die Frankenhalle.

3. Was würden Sie unternehmen, um jungen Musikern bzw. Bands in der Stadt mehr und bessere Auftrittsmöglichkeiten bekommen ?

Was steckt hinter der Frage? Finanziell kann die Stadt wenig helfen. Ggf. können wir helfen, Sponsoren zu suchen, dass Musiker auch z.B. in den Posthalle auftreten können.

IV. PERSÖNLICHES


1. Was ist Ihr größtes kulturelles Anliege/Ihre persönliche kulturelle „Baustelle“ ?

Sanierung des 3-Sparten Theaters ist für mich als Oberbürgermeisterin die wichtigste „Baustelle“. Dies muss zügig abgearbeitet werden.


2. An dieses Konzert, diese Ausstellung, diese Veranstaltung erinnern Sie sich besonders gern ?

1300 Jahre Feier mit der Festveranstaltung unterhalb der Festung „Würzburg brennt“


3. Was ist für Sie in Würzburg kulturell unverzichtbar ?

Die Vielfalt: Mozartfest, Bachtage, Africa-Festival, STRAMU, Musikhochschule und natürlich das 3-Sparten Theater.