Barbara Lehrieder, Gruene

Barbara Lehrieder, Gruene

Anmerkung: Frau Lehrieder & Frau Stolz haben den Fragebogen gemeinsam beantwortet; daher die (bis auf die Persönlichen Fragen) identischen Antworten.

I. LIEGENSCHAFTEN & PROJEKTE

1. Mainfrankentheater:

Halten Sie folgendes Gedankenspiel für Unsinn oder für bedenkenswert ?
Neubau des Stadttheaters für 60 Mio auf dem Faulhaberplatz (mit höherer staatlicher Förderung als bei Sanierung), (Teil)erhalt Mozartschule, Abriss des „alten“ Theaters nach erfolgtem Neubau (Übergangsspielstätte = „altes“ Theater), dort dann evtl. Errichtung eines Einkaufszentrums ?

Ich halte das Gedankenspiel für bedenkenswert, aber nicht sinnvoll, denn die Fläche des Kardinal-Faulhaber-Platzes ist für ein Theater von der Größe des Mainfranken-theaters zu klein; die genannte Bausumme von 60 Mio erscheint mir viel zu niedrig.
Weshalb sollte bei einem Neubau die staatliche Förderung höher sein als bei einer Generalsanierung?
Ein Einkaufszentrum auf der Gesamtfläche des „alten Theaters“ ist nicht erstrebenswert.

2. Mozart Areal:
a. Alle plädieren derzeit für einen Teilerhalt des Mozartareals.
Welche Teile sollen erhalten werden und welche Nutzung favorisieren Sie ?

Richtig ist, dass nur ein Teil der Bürgerschaft den Teilerhalt wünscht. Einkaufen, Wohnen, Gastronomie und Hotel sind die von uns favorisierten Nutzungen.
Wir freuen uns, wenn der Investor Teile des Bestandsgebäudes in sein Konzept integrieren kann.


b. Das Gebäude der ehem. Mozartschule wird voll genutzt. Wie und wohin kann man diese Nutzung auslagern?

Alle Mieter haben sich auf kurzfristige Mietverträge eingelassen; die Neubau-planungen sind den Mietern seit langem bekannt. Derzeit wird der Umzug des Kino Central aufs Bürgerbräugelände geplant, so wie die Kino-Genossenschaft es wünscht. Das Siebold-Gymnasium erhält die benötigten neuen Räume direkt bei seinem Schulgebäude.

3. Siebold Museum:
Die Verlegung des Siebold Museums in die Innenstadt war im Gespräch. Halten Sie dies für sinnvoll ?
Und was könnten geeignete Räume sein ?

Für das Sieboldmuseum muss eine Lösung gemeinsam mit Familie Klein-Langner gefunden werden. Der jetzige Standort ist möglicherweise nach der kulturellen Aufwertung des BürgerbräuAreals und der geplanten Wohnbebauung des Nachbar-grundstückes durchaus sinnvoll.

4. Alter Hafen:

a. Wie kann der freie Platz vor dem Museum im Kulturspeicher belebt werden ?

Der Vorplatz muss ansprechender gestaltet werden, mehr Grün, mehr Aufenthaltsqualität; Outdoor-Veranstaltungen, z. B. Mischung aus Kunst und Spiel. 
Eine Überlegung wäre noch die Schallschutzwand in der Höhe zu reduzieren, damit die Trennwirkung  optisch etwas aufgehoben wird.
. Die Innenstadt ist in wenigen Minuten fußläufig erreichbar, mittelfristig muss ein Rückbau der Veitshöchheimer Straße erfolgen.
Zitat aus dem Grünen Kommunalwahlprogramm 2014 (S. 50):
Die Kulturmeile („KulturQuartier“) am Alten Hafen
Kultur muss erreichbar sein. Mit dem Ausbau des Kulturspeichers und der Einrichtung einer Hafenbühne entwickelte sich ein neuer Stadtbaustein: ein Kunst-, Kultur- und Kreativzentrum mit vielfältigen Nutzungen in attraktiver Lage am Wasser. Allerdings ist dieses Kunst- und Kulturzentrum schwer zugänglich, es wirkt abgeschnitten von der Innenstadt. Eine großzügig angelegte, durchgängige Uferpromenade auf der Achse Alter Hafen – Alte Mainbrücke fehlt. Die im Oktober 2012 vom Stadtrat verabschiedete Wegeplanung ist nur ein Kompromiss: Es wird in den Uferbereich eingegriffen, und es bleiben noch viel zu viele Autoparkplätze und obendrein die sperrige Schrankenkonstruktion erhalten. Wir sehen hier eine vertane Chance an einem Flussufer, eine Platz- und Bewegungseinschränkung für radelnde, promenierende Menschen sowie Erholung suchende Kongressbesucher und Schifffahrtstouristen. Dennoch stellt die Planung eine Verbesserung gegenüber dem alten Zustand dar.
•    Sollte dieses Kultur- und Kreativzentrum noch durch eine Kultur- und Veranstaltungsstätte in einer sanierten Frankenhalle bereichert werden, müsste dringend die Neugestaltung und der Rückbau der Veitshöchheimer Straße geplant und umgesetzt werden.
•    Infopunkte am Beginn der Kulturmeile sollen auf das vielfältige Angebot in diesem Quartier eindeutig hinweisen.
•    Am Anfang und Ende der Kulturmeile stehen zwei Skulpturen. Weitere Kunstwerke sollen folgen, damit der Skulpturenweg seinen Namen verdient.
•    Auf das Museum im Kulturspeicher muss auch von der Wasserseite her aufmerksam gemacht werden – als Anziehungspunkt für die vielen Schiffstouristen, die im Alten Hafen an Land gehen.

b. Wie kann eine bessere Anbindung des Museums im Kulturspeicher an die Innenstadt erreicht werden ?

s. oben

c. Zukunft Frankenhalle: Was passiert mit dem Gebäude, wenn es keine Theaterspielstätte wird ?

Die Frankenhalle ist nach wie vor als Kulturstätte attraktiv, viele Nutzungsmöglichkeiten: Theater Tanzspeicher, Theater Augenblick, Festivals, Tagungen. Die Option auf kulturelle Nutzung sollte noch nicht aufgegeben werden.
 
II. KULTURFÖRDERUNG & VERWALTUNG

1. Sind Sie mit der derzeitigen städtischen Kulturförderung zufrieden? Was würden Sie ändern ?

Ja, ich bin mit der neuen städtischen Kulturförderung im Großen und Ganzen zufrieden, die Mittel werden gerecht verteilt und geben den Kulturschaffenden Planungssicherheit – der Kulturbericht mit Bestandsaufnahme, Zahlen, Perspektiven ist sehr transparent und muss kontinuierlich weitergeführt werden

2. Wie stehen Sie zu der Idee, regelmäßig einen Wettbewerb in verschiedenen Kunstrichtungen (Musik, Bildende Kunst, Literatur usw.) auszuschreiben? Das könnte die Projektförderung des Kulturreferats ergänzen. Preisgelder von 1.000 bis 5.000,- könnten hier schon Impulse setzen.

Wenn man ein Ziel oder Projekt hat, sind Wettbewerbe immer bereichernd.

3. Musiker aus Pop & Klassik fordern Mindestgagen. Sollten die Stadt und die Parteien nicht mit gutem Beispiel vorangehen, und in einer Selbstverpflichtung die Zahlung von Mindestgagen für Ihren Geltungsbereich beschließen ?

Sofern sich die Frage auf berufsmäßige Künstler bezieht: ja, die Künstler müssen angemessen vergütet werden. Die Künstler müssen sich untereinander einig sein und eine Mindestgage fordern.

III. KULTURRÄUME


1. Mit Schliessung von Otto Richter Halle, der Greisinghäuser, der Verlagerung der Stadt.Galerie gibt es nur noch zwei wesentliche Ausstellungsmöglichkeiten. Ist das ausreichend ? Wo und wie könnte Neues geschaffen werden ?

Wir wollen gemeinsam nach Ausstellungs- und Proberaum-Möglichkeiten suchen, wie Faulenbergkaserne, Leighton-Areal, Frankenhalle, Bürgerbräugelände.

2. Wo können in Würzburg günstige Proberäume für Bands, Ateliers und Kreativwirtschaftsbüros entstehen ?

s. oben

3. Was würden Sie unternehmen, um jungen Musikern bzw. Bands in der Stadt mehr und bessere Auftrittsmöglichkeiten bekommen ?

Das StraMu konsequent fördern; Engagements auch unbekannter Gruppen bei politischen Veranstaltungen der Parteien und der Stadt Würzburg selbst. 

IV. PERSÖNLICHES


1. Was ist Ihr größtes kulturelles Anliege/Ihre persönliche kulturelle „Baustelle“ ?

Die Sanierung des Mainfrankentheaters ist meine persönliche kulturelle Baustelle und nach den ersten 6 Jahren Stadtratstätigkeit sehr frustrierend – auch in Bezug auf die derzeitigen Arbeitsbedingungen für unsere  MitarbeiterInnen im Theater; z. B. die Proberäume für Orchester, Arbeitsplätze im Kassenbereich etc etc.
Zudem setzte ich mich  dafür ein, einen neuen Liegeplatz für die Arte Noah zu finden und das Theater Augenblick von der Peripherie in die Innenstadt zu verlagern. 

2. An dieses Konzert, diese Ausstellung, diese Veranstaltung erinnern Sie sich besonders gern ?

Ringsgwandl beim Hafensommer, Priol im Bockshorn oder die Ballettaufführungen im Mainfrankentheater.


3. Was ist für Sie in Würzburg kulturell unverzichtbar ?

Gerade die Vielfalt unserer  kulturellen Veranstaltung macht Würzburg als Oberzentrum so attraktiv.
Persönlich gefallen mir Hafensommer, Kleinkunstbühnen und Mainfrankentheater besonders gut. Das Afrika-Festival ist für mich ebenfalls unverzichtbar.