Laura Wallner, SPD

Laura Wallner, SPD

I. LIEGENSCHAFTEN & PROJEKTE

1. Mainfrankentheater:

Halten Sie folgendes Gedankenspiel für Unsinn oder für bedenkenswert ?
Neubau des Stadttheaters für 60 Mio auf dem Faulhaberplatz (mit höherer staatlicher Förderung als bei Sanierung), (Teil)erhalt Mozartschule, Abriss des „alten“ Theaters nach erfolgtem Neubau (Übergangsspielstätte = „altes“ Theater), dort dann evtl. Errichtung eines Einkaufszentrums ?

Das halte ich für keine realistische Perspektive. Die zur Verfügung stehende Grundfläche am Kardidinal-Faulhaber-Platz wäre nicht groß genug und ein Neubau würde nicht stärker gefördert als eine Sanierung. Auf die Stadt kämen insgesamt voraussichtlich weitaus höhere Kosten zu.

2. Mozart Areal:
a. Alle plädieren derzeit für einen Teilerhalt des Mozartareals.
Welche Teile sollen erhalten werden und welche Nutzung favorisieren Sie ?
Es sollte auf jeden Fall der Teil an der Hofstraße mit Aula erhalten werden. Insgesamt wünsche ich mir eine durchmischte Nutzung, die die Belange des Denkmalschutzes mit den wirtschaftlichen und baulichen Anforderungen vereinbart und das Mozartareal als einen zentralen Kultur-Ort etabliert und zu einem Begegnungsort für Gäste und Einheimische macht. Hier wäre auch der Platz für eine Präsentation der jüngeren und jüngsten Stadtgeschichte, die in Würzburg nach wie vor fehlt.

b. Das Gebäude der ehem. Mozartschule wird voll genutzt. Wie und wohin kann man diese Nutzung auslagern?

Das Central-Programmkino strebt einen Umzug auf das Bürgerbräu-Gelände an. Hier wird in wenigen Jahren ein neues Kulturareal entstehen. Vom Verkaufserlös des Kardinal-Faulhaber-Platzes und dem anschließenden Teil des Mozart-Areals sollte ein Erweiterungsbau am Sieboldgymnasium und am Wirsberggymnasium finanziert werden.

3. Siebold Museum:
Die Verlegung des Siebold Museums in die Innenstadt war im Gespräch. Halten Sie dies für sinnvoll ?
Und was könnten geeignete Räume sein ?

Das Siebold Museum bekommt an seinem jetzigen Standort nicht die Aufmerksamkeit, die es verdienen würde und auch die Geschichte ihres Namensgebers Franz von Siebold ist in Würzburg nicht ausreichend und zentral gewürdigt. Ich halte es daher für sinnvoll, beide „in die Mitte der Stadt“ zu holen. In welcher Form und wo das sein könnte, muss aber im Kontext der Würzburger Museumslandschaft diskutiert  und vor allem mit den Wünschen der Siebold-Gesellschaft abgestimmt werden

4. Alter Hafen:

a. Wie kann der freie Platz vor dem Museum im Kulturspeicher belebt werden ?

Durch bessere (Fuß)Anbindung am Main entlang und durch eine Neugestaltung des Platzes mit mehr Sitzgelegenheiten und Grün.

b. Wie kann eine bessere Anbindung des Museums im Kulturspeicher an die Innenstadt erreicht werden ?

Auch hier durch eine bessere Anbindung für FußgängerInnen und FahrradfahrerInnen. Das ist eine mittlerweile „alte“ Forderung vieler freier Kulturträger, des Kulturreferenten und auch von SPD und Grünen.
Gibt es an dieser Stelle einen weiteren großen Kulturstandort, wie die Frankenhalle wird das außerdem automatisch mehr Menschen in dieses Quartier bringen.

c. Zukunft Frankenhalle: Was passiert mit dem Gebäude, wenn es keine Theaterspielstätte wird ?

Die Frankenhalle ist ein denkmalgeschütztes Gebäude. Wir müssen es erhalten und sollten es in jedem Fall kulturell nutzen. Eine reine private Trägerschaft ist derzeit unrealistisch. Wir sollten die Halle so kostengünstig wie möglich sanieren und sie dann öffentlichen wie privaten Institutionen, Organisationen und Veranstaltern zur Verfügung stellen.

II. KULTURFÖRDERUNG & VERWALTUNG

1. Sind Sie mit der derzeitigen städtischen Kulturförderung zufrieden? Was würden Sie ändern ?

Die Stadt hat ihre Kulturförderungen unter dem Kulturreferenten Muchtar Al Ghusain überarbeitet und auch ausgebaut. Dieser Prozess muss fortgesetzt werden, denn natürlich   besteht nach wie vor eine erhebliche Diskrepanz der Förderung „eigener“ (städtischer) Kultureinrichtungen und der der freien Träger. Die „freie Szene“ braucht in Zukunft stärkere Unterstützung.

2. Wie stehen Sie zu der Idee, regelmäßig einen Wettbewerb in verschiedenen Kunstrichtungen (Musik, Bildende Kunst, Literatur usw.) auszuschreiben? Das könnte die Projektförderung des Kulturreferats ergänzen. Preisgelder von 1.000 bis 5.000,- könnten hier schon Impulse setzen.

Für diese Idee bin ich offen. Die Wettbewerbsziele müssen jedoch klar erarbeitet werden (Förderpreis, bestimmte künstlerische Aufgaben etc.).

3. Musiker aus Pop & Klassik fordern Mindestgagen. Sollten die Stadt und die Parteien nicht mit gutem Beispiel vorangehen, und in einer Selbstverpflichtung die Zahlung von Mindestgagen für Ihren Geltungsbereich beschließen ?

Grundsätzlich wäre das natürlich richtig – auch hier muss es gute und gerechte Bedingungen geben. Die Erarbeitung eines fairen Systems ist im Kulturbereich aber sicherlich schwieriger.

III. KULTURRÄUME


1. Mit Schliessung von Otto Richter Halle, der Greisinghäuser, der Verlagerung der Stadt.Galerie gibt es nur noch zwei wesentliche Ausstellungsmöglichkeiten. Ist das ausreichend ? Wo und wie könnte Neues geschaffen werden ?

Uns fehlt eine für verschiedene Veranstalter und Anlässe nutzbare  Ausstellungsmöglichkeit in zentraler Lage. Auch hier sind Mozartareal und/oder Frankenhalle denkbar. Auch der neue Stadtteil am Hubland kann hier möglicherweise neue Räume bieten.

2. Wo können in Würzburg günstige Proberäume für Bands, Ateliers und Kreativwirtschaftsbüros entstehen ?

Wir müssen prüfen, wo bestehende Gebäude und Gebäude umgenutzt werden können, etwa auf dem Hubland oder evtl. auch in der Faulenbergkaserne.

3. Was würden Sie unternehmen, um jungen Musikern bzw. Bands in der Stadt mehr und bessere Auftrittsmöglichkeiten bekommen ?

Die städtischen Jugendkulturzentren (B-Hof, Cairo), aber auch die Kellerperle, das U&D, das STRAMU  etc. geben Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern eine Plattform. Diese Einrichtungen müssen weiterhin in ihrer Arbeit unterstützt werden.

IV. PERSÖNLICHES


1. Was ist Ihr größtes kulturelles Anliege/Ihre persönliche kulturelle „Baustelle“ ?

Dass verschiedene kulturelle Angebote nebeneinander weiter bestehen können und gleichermaßen geschätzt und gefördert werden.

2. An dieses Konzert, diese Ausstellung, diese Veranstaltung erinnern Sie sich besonders gern ?

An die Eröffnung der Kellerperle

3. Was ist für Sie in Würzburg kulturell unverzichtbar ?

Die Vielfalt an kulturellen Angeboten.