Dachverband freier Würzburger Kulturträger: Josef Hofmann

Josef Hofmann, Freie Wähler

Josef Hofmann, Freie Wähler

I. LIEGENSCHAFTEN & PROJEKTE

1. Mainfrankentheater:

Halten Sie folgendes Gedankenspiel für Unsinn oder für bedenkenswert ?
Neubau des Stadttheaters für 60 Mio auf dem Faulhaberplatz (mit höherer staatlicher Förderung als bei Sanierung), (Teil)erhalt Mozartschule, Abriss des „alten“ Theaters nach erfolgtem Neubau (Übergangsspielstätte = „altes“ Theater), dort dann evtl. Errichtung eines Einkaufszentrums ?

Bereits im Jahre 2011 wurde durch mich und Herrn Wolfgang Roth ein Antrag in den Stadtrat eingebracht, das Mainfrankentheater auf dem Mozartareal zu errichten und die Aula der jetzigen Schule dort z. B. als Kammerspiele oder zweite Spielstätte zu integrieren.
Auch würden sich die daraus resultierenden weiteren Möglichkeiten, wie Residenzhotel, Tiefgarage und Wohnen erklären.
Letztendlich wurde nach der halbherzig durchgeführten Prüfung der Antrag von einer breiten Stadtratsmehrheit abgelehnt.
Wäre man uns damals gefolgt, würden wir heute nicht mehr auf der Startlinie stehen.

2. Mozart Areal:
a. Alle plädieren derzeit für einen Teilerhalt des Mozartareals.
Welche Teile sollen erhalten werden und welche Nutzung favorisieren Sie ?

Bei der derzeitigen Sachlage (Verhandlungsphase im Bieterverfahren) ist zu klären inwieweit und zu welchen Konditionen ein Teilerhalt der Schule möglich wäre.
Die Kunstwerke sind in jedem Falle zu schützen, dies stellt technisch keine Herausforderungen dar. Sie sollten dann in einen Neubau wieder integriert werden.

b. Das Gebäude der ehem. Mozartschule wird voll genutzt. Wie und wohin kann man diese Nutzung auslagern?

Die Klassenräume müssen an den jeweiligen Schulen geschaffen werden.

3. Siebold Museum:
Die Verlegung des Siebold Museums in die Innenstadt war im Gespräch. Halten Sie dies für sinnvoll ?
Und was könnten geeignete Räume sein ?

Nachdem gerade dem Bürgerbräugelände eine sinnvolle Aufwertung widerfährt, ist hier keine Notwendigkeit vorhanden.

4. Alter Hafen:

a. Wie kann der freie Platz vor dem Museum im Kulturspeicher belebt werden ?

Gerade in den Sommermonaten schreit diese Freifläche förmlich nach Leben.  Veranstaltungen wie "Openair" , „Streetart“, belebte Musikerstammtische mit kleinen Bühnen und unkomplizierter Gastro wären sicherlich ein Ansatz.

b. Wie kann eine bessere Anbindung des Museums im Kulturspeicher an die Innenstadt erreicht werden ?

Der Fingerabdruck des Kulturspeichers muss in der City spürbar sein, Bürgerbüro, WVV - Verkaufsstelle, Falkenhaus usw. Die Erreichbarkeit muss optimiert werden.

c. Zukunft Frankenhalle: Was passiert mit dem Gebäude, wenn es keine Theaterspielstätte wird ?

Eine kulturelle Nutzung, unter privater Trägerschaft, wäre ein Schritt in die richtige Richtung.

II. KULTURFÖRDERUNG & VERWALTUNG

1. Sind Sie mit der derzeitigen städtischen Kulturförderung zufrieden? Was würden Sie ändern ?

Die Kulturförderung wurde 2013 mit breitem Konsens zwischen Kulturschaffenden und den städt. Gremien verabschiedet, was mich verwunderte.
Einer neuerlichen Überprüfung steht m.E. nichts im Wege.


2. Wie stehen Sie zu der Idee, regelmäßig einen Wettbewerb in verschiedenen Kunstrichtungen (Musik, Bildende Kunst, Literatur usw.) auszuschreiben? Das könnte die Projektförderung des Kulturreferats ergänzen. Preisgelder von 1.000 bis 5.000,- könnten hier schon Impulse setzen.

Jederzeit, da gerade in der öffentlichen Wahrnehmung der Blick geschärft wird und die Teilnehmer eine entsprechende, öffentliche Plattform erhalten.

3. Musiker aus Pop & Klassik fordern Mindestgagen. Sollten die Stadt und die Parteien nicht mit gutem Beispiel vorangehen, und in einer Selbstverpflichtung die Zahlung von Mindestgagen für Ihren Geltungsbereich beschließen ?

Hier fehlen mir Detailkenntnisse. Wobei ich doch hoffe, dass den Künstlern bei den städt. Veranstaltungen eine angemessene Entlohnung widerfährt.
 
III. KULTURRÄUME


1. Mit Schliessung von Otto Richter Halle, der Greisinghäuser, der Verlagerung der Stadt.Galerie gibt es nur noch zwei wesentliche Ausstellungsmöglichkeiten. Ist das ausreichend ? Wo und wie könnte Neues geschaffen werden ?

In der Frankenhalle, am Hubland oder in temporären "Kunstcontainer" am Kulturspeicher

2. Wo können in Würzburg günstige Proberäume für Bands, Ateliers und Kreativwirtschaftsbüros entstehen ?

Am Hubland, derzeit in der Faulenbergkaserne.

3. Was würden Sie unternehmen, um jungen Musikern bzw. Bands in der Stadt mehr und bessere Auftrittsmöglichkeiten bekommen ?

Hier kann die Stadt nur flankierend tätig sein.
Freie Veranstalter, Gastronomen mit den entsprechenden Lokalen, unter Einbindung der Medien, wären hier wohl die richtigen Initiatoren.

IV. PERSÖNLICHES


1. Was ist Ihr größtes kulturelles Anliege/Ihre persönliche kulturelle „Baustelle“ ?

Die ewige Baustelle des Mainfrankentheaters muss endlich zu einer machbaren Lösung kommen.

2. An dieses Konzert, diese Ausstellung, diese Veranstaltung erinnern Sie sich besonders gern ?

Wirtschaftswunderausstellung


3. Was ist für Sie in Würzburg kulturell unverzichtbar ?

Das Theater, die freie Kulturszene und die gesamten innenstädtischen Aktivitäten, sind als Aushängeschilde und für die „Marke“ Würzburg unverzichtbar.




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