SCHLUSSPUNKT: Lesung mit Berthold Seliger

SCHLUSSPUNKT: Lesung mit Berthold Seliger

Abschluss der Kulturpunkte ist die Lesung mit Berthold Seliger, der aus seinem Buch „Das Geschäft mit der Musik. Ein Insiderbericht“ liest
Kulturhaus Cairo, 17.00 Uhr.
Auch hier: Eintritt frei

Jeder hört Musik, doch kaum einer weiß wirklich, wie sie zum »Produkt« gemacht wird.
Berthold Seliger ist Kulturvermittler und Autor und lebt in Berlin. Er betrieb über 25 Jahren eine eigene Konzertagentur, war Europaagent für Künstler wie Calexico, Lambchop, Townes Van Zandt und viele andere mehr. Als deutscher Tourneeveranstalter arbeitete er u.a. mit Alison Krauss, Lou Reed, Van der Graaf Generator, Lucinda Williams oder Youssou N'Dour.

Als Brancheninsider erklärt er, wie das Tourneegeschäft, die Plattenfirmen, das Copyright, Sponsoring oder die Gema funktionieren. Seliger diskutiert die aktuellen Geschäftsmodelle und befasst sich mit der Rolle der Künstler und Kulturarbeiter, aber auch mit ihrer miserablen sozialen Situation.
Seins Buch ist folgerichtig auch eine Streitschrift für eine andere Kultur. Fast alle Bereiche des Musikgeschäfts werden heute von Großkonzernen dominiert – die Vielfalt der Kultur ist längst in Gefahr. Die Verhältnisse werden von Monopolen und der Politik, die den »Staatspop« fördert, bestimmt.
Dem setzt Seliger ein Plädoyer für eine selbstbestimmte Kunst entgegen, die nach anderen Kriterien als denen des "Marktes" bewertet werden sollte.
„Alles, was Sie über den Ausverkauf der Kultur ahnten, kundig zusammengefasst" (Musikexpress, 4 Sterne).
Seliger „bietet einen tiefen Einblick in einen Kulturausverkauf, den der Musikfan seit vielen Jahren mißtrauisch beäugt“ (Bayerischer Rundfunk).
»Das Buch ist mehr als nur eine Polemik gegen das neoliberale Prinzip der maximalen Profitgenerierung. Vielmehr erklärt Seliger die Grundprinzipien der Branche, also etwa was genau die Aufgaben von Veranstaltern, Bookern, Agenten oder Promotern sind, wie die Gagen der Künstler zustande kommen, wer, wie und warum von Fördergeldern profitiert. In allen Segmenten haben massive Konzentrationsprozesse stattgefunden. Einige wenige globale Player beherrschen den Markt, treiben Preise in die Höhe, schaffen Monopole, statt Vielfalt zu garantieren. (...) hier argumentiert ein Intellektueller nicht nur mit Bourdieu, Deleuze oder Adorno, sondern vor allem mit Herzblut.«    Der Standard (Wien).
Seine Beschreibung des Musikbusiness lässt sich anvielen Stellen auch auf andere kulturelle Branchen übertragen - was er zu sagen hat, dürfte also für alle Kulturschaffenden von Interesse sein.

Die Lesung findet in Kooperation mit c.o.p. concerts und dem Jugendkulturhaus Cairo statt.