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Rückblick: Kultur-Räume 1, Die Frankenhalle

17.03.2010

Die Veranstaltung war gut besucht (etwa 150 Besucher), erfeulich informativ und aufschlußreich.

Nochmal Dank an alle Gesprächsteilnehmer und Maria Saemann für die Moderation.

KulturRäume wird am 12.4. mit einem Vortrag zur Stadtentwicklung am Beispiel der Ulmer Mitte fortgesetzt.

 

Hier der Bericht aus der Main Post (10.2.10).

Frankenhalle wird keine Großdisco

Kulturträger-Dachverband lud zur Besichtigung und Diskussion – Großes Interesse
 
(Rö.) Nimmt man die große Resonanz zum Maßstab, die der Dachverband freier Würzburger Kulturträger (DFWK) am Montagabend bei seiner ersten Veranstaltung der Reihe „Kultur-Räume“ erzielte, dann warten viele Würzburger Kulturschaffende und -interessierte auf einen Umbau der Frankenhalle und deren Nutzung als kultureller Veranstaltungsraum. Konzeptionell ist das Projekt in den Köpfen der Verantwortlichen schon weit gediehen, wackelig ist noch die Finanzierung des 9,5-Millionen-Euro-Projekts.

Gut 150 Interessenten waren der Einladung des DFWK gefolgt und bibberten bei eisigen Temperaturen erst einmal in der Frankenhalle, wo ihnen Stadtkämmerer Christian Schuchardt die Grundzüge des Projektes erläuterte. Anschließend traf man sich im gegenüberliegenden „Bockshorn“, wo neben Schuchardt auch Kulturreferent Muchtar Al Ghusain, Konzertveranstalter Joachim Schulz (Posthalle), Theaterintendant Hermann Schneider und Architekt Christian Brückner erklärten, was mit der Frankenhalle geschehen soll.

Ausgangspunkt ist die dringend notwendige Generalsanierung des Mainfranken Theaters. Während der zweijährigen Bauphase braucht das Theater eine Übergangsspielstätte. 1,5 Millionen Euro würde die Anmietung eines Zeltes kosten. „Ist das Zelt dann wieder weg, ist das Geld auch fort“, so Schuchardts einfache Rechnung. Deshalb hat der Stadtrat dem Projekt Frankenhalle Priorität eingeräumt, weil es eine dauerhafte Nachnutzung ermöglicht. Was die Finanzierung des Umbaus angeht, hofft der Kämmerer auf Zuschüsse, aber dass der Umbau noch in diesem Jahr beginnt, wollte er nicht versprechen.

Theaterintendant Schneider erklärte, dass er davon ausgeht noch bis zum Ende der Spielzeit 2011/12 im alten Haus zu spielen. Für ihn sei es „unglaublich reizvoll“, einen Raum wie die Frankenhalle durch andere Aufführungsformen oder andere Stücke als bisher für das Theater zu erschließen. Das Publikum könne so neue Sehgewohnheiten einüben.

Keine Konkurrenz

Joachim Schulz, der seit längerem Konzerte in der Posthalle veranstaltet, sieht in der kulturellen Nutzung der Frankenhalle keine Konkurrenz, sondern vielmehr eine Ergänzung.

Wegen der umgebenden Wohnbebauung sei hier manches nicht möglich was andernorts gehe. Keinesfalls werde es in der Frankenhalle laute Rockkonzerte geben noch werde sie zur Großraumdisco, versicherte Schuchardt.

Kulturreferent Al Ghusain sieht in der Nutzung der unter Denkmalschutz stehenden Frankenhalle eine Vervollständigung des Kulturquartiers am Alten Hafen. Er stellt sich ein breit gefächertes Kulturangebot vor, das von bestimmten Tanzspeicher-Produktionen bis zum Programmkino reicht. Für den Betrieb der Halle solle eine Bürgerstiftung eingerichtet werden (wir berichteten).

Architekt Christian Brückner erläuterte, dass das vordere Gebäude an der Veitshöchheimer Straße ebenso abgerissen werden soll wie die ehemaligen Stallungen im hinteren Bereich, deren Tragkonstruktion nicht mehr den Brandschutzbestimmungen entspricht. Hier sollen Funktionsräume entstehen. An der Straßenseite sieht Brückner ein Foyergebäude vor, von dem aus die Halle erschlossen wird. Außerdem soll neben der eigentlichen Halle mit 1300 Plätzen ein zweiter Veranstaltungssaal für 200 Besucher entstehen. Ins Raumprogramm werden zudem Gastronomieflächen sowie Raum für ein Programmkino aufgenommen.


Von unserem Redaktionsmitglied Karl-Georg Rötter